Zwei Studien zur Lebensvorsorge

Die erste Version des Konzeptes zur Lebensvorsorge erstellte Marina Meister. Unter dem Arbeitstitel «Der Neue Gesellschaftsvertrag» resp. «Dividende Schweiz» wurde im Jahr 2021 die Machbarkeit in zwei Studien beurteilt.

Die Studie von Ecoplan hatte zum Ziel, das Modell mit konkreten Zahlen zu rechnen. Die Berechnungen der Lebensvorsorge wurden hierbei von Ökonomen durchgeführt. Gerechnet wurde auf der Basis einer monatlichen Zahlung von CHF 2’200 an die Bezugsberechtigen. Allerdings resultierte ein jährlicher Fehlbetrag von CHF 34 Mrd. Das Modell musste in mehreren Runden überarbeitet werden, bis sich die aktuelle, kostenneutrale Version herauskristallisierte. Ecoplan kontrollierte auch diese Berechnungen und nahm sie in Form eines Prologs in die Ecoplan-Studie auf.

Die zweite Studie sollte die Akzeptanz für eine solche Idee in der Bevölkerung eruieren. gfs/Bern schälte in Fragebogen und Diskussionsrunden heraus, wie der Vorschlag aufgenommen würde. Auch aus dieser Studie ergaben sich wertvolle Hinweise zur Weiterentwicklung der Lebensvorsorge.

In der Kurzfassung der gfs/Bern-Studie ist zu erkennen, dass das Konzept sofort mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen in Verbindung gebracht wurde. Dieselben Argumente, welche die Stimmbevölkerung das Grundeinkommen 2016 an der Urne verwerfen liessen, wurden wiederum als Befürchtung angeführt: Unklarheit hinsichtlich der Finanzierbarkeit, Unsicherheit bzgl. der Auswirkungen auf das Arbeitsverhalten sowie die Frage der Zuwanderung.

Die Resultate der gfs/Bern Studie sowie zahlreiche Gespräche mit Experten und Betroffenen führten zu einer Klärung der Struktur der Lebensvorsorge: Der Versicherungscharakter wurde pärzisiert, die Analogie zur «AHV für jede Generation» verdeutlicht. Zudem wurden die Unterschiede zwischen Lebensvorsorge und Bedingungslosem Grundeinkommen klarer dargestellt.